Hintergrundinfos zum Verpackungsmaterial unserer Milchprodukte

PlastikWir werden immer wieder darauf angesprochen weshalb wir unsere Milchprodukte in Kunststoffbehälter anbieten und nicht in Glasflaschen. Die Entscheidung für diese Verpackungsform ist bei uns vor 4 Jahren gefallen, als wir mit der Produktion in unserer Hofmolkerei anfingen. Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht und das für und wider der beiden Verpackungsarten reiflich überlegt. Diesen Entscheidungsprozess möchten wir Ihnen hier transparent darstellen:

Sowohl Glas als auch Kunststoff stammen aus nicht erneuerbaren Ressourcen. Bei Glas wird feingemahlener Sand bei Temperaturen von 1.500 °C geschmolzen, was Unmengen an Energie verbraucht. Kunststoff dagegen wird aus, nicht so reichlich vorhandenen, fosilen Rohstoffen gefertigt. Dafür ist der Herstellungsprozess deutlich Energiesparsamer, was diese im Gegenzug wieder einspart. Zudem geht der im Kunststoff gebundene Rohstoff ja nicht verloren. Am Ende des Lebenszyklus wird der Kunststoff über unser duales System gesammelt und in Verbrennungsanlagen verfeuert. Damit stellt dieses sogar eine leistungsfähige Quelle von Energie dar, wenn es in der kontrollierten Umgebung einer modernen Müllverbrennungsanlage mit Luftreinhaltung durchgeführt wird.

GlasDas für unsere Region zuständige Müllheizkraftwerk liegt in Gendorf. Der Müll wird per Zug von der Umladestation in 1 km Entfernung von unserem Hof in Ainring dorthin gefahren und unter Einhaltung aller Luftemmissionsvorschriften verbrannt. Der Kunststoff im Müll hilft, auch schwerer verbrennbare Bestandteile des Hausmülls zu verfeuern. So entsteht Strom für eine Stadt von 40.000 Einwohnern. Ein anschauliches Video, dass den Verbrennungsprozess zeigt finden sie hier: http://www.zas-burgkirchen.de/muellheizkraftwerk/#

Neben der Herstellung und Verwertung der Verpackungsstoffe sind auch der Transport und die Reinigung wichtige Bereiche, die bei der Entscheidung betrachtet werden müssen. Glasflaschen sind sehr viel schwerer als Kunststoff-Behälter. Deshalb benötigt ihr Transport mehr Energie.

Bei der Reinigung stellt sich die Frage der Wiederverwendbarkeit der eingesetzten Verpackungmaterialien unter Einhaltung der notwendigen Hygiene und der dafür notwendigen Energie für die Wasserheizung sowie der Reinigungsmittel. Bei Wasserflaschen sind sich die Studien einig, dass Mehrwegbehälter ökologisch günstiger abschneiden. Bei Milchbehältern ist jedoch der Reinigungsaufwand höher, da kleinste Milchreste schnell ein "Eigenleben" entwickeln und sich dieses beim erneuten Befüllen in der optimalen Nährstoffumgebung wähnt. Eine Studie mit Kaffeebechern zeigt, dass unter Einbeziehung des Reinigungsaufwands sich eine Kaffee-Tasse erst nach 500 bis 3.000 Mal Energetisch amortisiert. Bei den maximal 20 bis 30 Umläufen einer Mehrwegflasche für Milch ist diese Anzahl nicht zu erreichen.

Nun stellt sich noch die Frage der Produktqualität in den verschiedenen Verpackungsformen. Glas hat natürlich den Vorteil völlig inert zu sein. Diese nicht vorhandenen Wechselwirkung zwischen Verpackung und Inhalt ist für uns die Mindestvorraussetzung bei der Wahl eines Verpackungssystems um die Qualität des hochwertigen Inhalts nicht zu gefährden.

Wir setzen für die Milchflaschen Behälter aus PEHD-Kunststoff ein. Diese stammen aus der Schweiz und erfüllen alle Normen für Verpackungsmaterialien. Da die Milch nur ein paar Tage in der Flasche ist und diese zudem in dieser Zeit kühl gehalten wird besteht zur Glasflasche in Bezug auf dessen Unbedenklichkeit kein Unterschied. Im Gegenteil - die Milchqualität bleibt bei den undurchsichtigen Kunststoffflaschen sogar besser erhalten, da kein Sonnenlicht eindringen kann. Durch die Bestrahlung mit Sonnenlicht wird  das in der Milch vorhandene Vitamin B2 (Riboflavin) umgewandelt und führt zu einem sogenannten "Lichtgeschmack". Dieser erinnert an alten Käse oder faulende Kartoffeln. Auch durch Braunglas kann dieser Effekt nicht vollkommen vermieden werden, weshalb undurchsichtige Verpackungen für Milch besser geeignet sind.

Alle diese Argumente zur Ökobilanz und Hygiene haben uns bei der Entscheidung für ein Verpackungssystem dazu bewogen unsere Milch in PEHD-Flaschen zu verpacken. Natürlich gibt es noch viele weitere Punkte für und wider das System. Deshalb sind wir auch immer auf der Suche nach der "optimalen" Verpackung, die es wohl nie geben wird... Wichtig ist, dass unsere Flaschen wieder in das duale System zurück fließen. Sollten Sie in Ihrer Region keinen "Gelben Sack" oder ähnliches haben können Sie uns die leeren Milchflaschen auch gerne wieder mit in die Kisten legen.

Wenn Sie gerne Ihre eigenen Mehrwegverpackungen nutzen möchten können Sie das auch tun. Auf den Wochenmärkten haben wir die Milch nämlich auch in einem Behälter zum selbstabfüllen dabei. Die Termine dazu sind:
  • Freilassing, jeden Donnerstag von 8:30 - 13:00 Uhr
  • Traunstein, jeden Freitag von 10:00 - 16:00 Uhr  (ab März)
  • Oberndorf, jeden Samstag von 8:00 - 12:00 Uhr