Der Hof in Schiffmoning hat den Hausnamen "Lirzer". Hier wohnen und arbeiten Hans und Christine Lecker und deren Sohn Ludwig mit seiner Frau Gabi.
Der Hof wurde erstmals 1598 erwähnt und schon 1637 bewirtschaftete der erste "Lecker" den Hof. Er gehörte damals als Lehen zum Erzbistum Salzburg und kam erst 1816 zu Bayern. 1900 branten die Stallungen des Hofes ab, als ein Knecht seine Zigarre im Heu verlor. Er wurde daraufhin in seiner jetzigen Form neu erbaut.


Rinder kommen mit Hornanlagen zur Welt, aus denen im Laufe des Lebens ein Horn wächst. Es ist durchblutet, mit dem Schädel verwachsen und bleibt dem Tier ein Leben lang.
In vielen Betrieben werden die Hornanlagen im Kälberalter verödet. Der Grund liegt im Stall: Wo Tiere auf wenig Fläche zusammenstehen und sich nicht ausweichen können, steigt das Verletzungsrisiko. Daneben werden zunehmend Rinder gezüchtet, die von Natur aus keine Hörner anlegen.
Bei uns bleiben die Hörner. So schreiben es die Demeter Richtlinien vor, nach denen wir wirtschaften: kein Enthornen, dafür feste Mindestmaße für Fläche und Laufgänge.
Für unsere Fleckviehherde am Lirzerhof bedeutet das mehr Platz je Tier und damit weniger Tiere im selben Stall. Es bedeutet auch mehr Aufmerksamkeit im täglichen Umgang mit der Herde.
Wir halten diesen Aufwand für richtig. Nicht das Tier soll sich an den Stall anpassen, sondern der Stall an das Tier.

In Schiffmoning halten wir 60 Fleckviehkühe und ihre Nachkommen. Das Fleckvieh ist ein Zweinutzungsrind: Es gibt Milch und setzt zugleich genug Fleisch an, um nach der Zeit als Milchkuh weiter genutzt zu werden. Die Milchleistung liegt niedriger als bei spezialisierten Hochleistungsrassen, dafür bleiben die Tiere in der Regel länger in der Herde.
2008 haben wir einen neuen Laufstall gebaut. Unsere Kühe bewegen sich darin frei und haben eine Kuhbürste, die anspringt, sobald ein Tier sie berührt. Sie steht selten still.
In den großzügig eingestreuten Liegeboxen können die Kühe in Ruhe wiederkäuen und sich ausstrecken.

Auf unserem Betrieb in Schiffmoning haben wir eine kleine Hofmolkerei eingerichtet. Hier verarbeiten wir die frisch ermolkene Milch weiter, nur wenige Meter vom Stall entfernt.
Seit dem Start unserer Direktvermarktung ist das Sortiment stetig gewachsen. Neben der naturbelassenen Frischmilch gibt es Joghurt und Topfen, dazu Frischkäseaufstriche in 16 Geschmacksrichtungen, die wir je nach Saison anbieten.
Weil wir in kleinen Mengen arbeiten, können wir uns Zeit lassen. Lange Transportwege und langes Pumpen entfallen, unsere Milch legt zwischen Milchtank und Molkerei nur wenige Meter zurück.
Wir homogenisieren unsere Milch nicht und standardisieren sie auch nicht. Beides gehört bei Molkereimilch zum Standard: Beim Homogenisieren werden die Fettkügelchen unter hohem Druck zerkleinert, damit sich der Rahm nicht mehr absetzt. Beim Standardisieren wird der Fettgehalt auf einen festen Wert eingestellt.
Bei uns bleibt beides, wie es aus der Kuh kommt. Deshalb setzt sich bei unserer Frischmilch oben ein Rahmrand ab. Vor dem Trinken einmal schütteln, dann ist alles wieder gleichmäßig verteilt.